ASH 2025
6. bis 9. Dezember, Orlando
Der 67. Kongress der American Society of Hematology (ASH) wurde vom 6. bis 9. Dezember in Orlando abgehalten und verdeutlichte eindrucksvoll das rasante Fortschreiten der onkologischen Forschung. Besonders im Bereich des multiplen Myeloms wurden zahlreiche innovative Therapiekonzepte und Technologien präsentiert, die einen entscheidenden Schritt hin zu individuellen und effektiven Behandlungsstrategien markieren.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die diesjährigen internationalen Kongresse, vor allem die Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 in Orlando, haben eindrucksvoll gezeigt, in welch rasantem Tempo die onkologische Forschung voranschreitet – insbesondere im Bereich des multiplen Myeloms. Die Vielzahl neu vorgestellter Therapieansätze, Technologien und Studiendaten markiert einen Meilenstein auf dem Weg zu einer immer individueller zugeschnittenen und wirksameren Behandlung dieser komplexen Erkrankung.
Zu den größten Highlights zählen die ersten Daten zur In-vivo-CAR-T-Zell-Therapie (CAR = chimärer Antigenrezeptor) gegen BCMA (B-Zell-Reifungsantigen) aus der inMMyCAR-Studie, die einen Paradigmenwechsel in der Zelltherapie einleiten könnten: Ohne aufwendige Leukapherese oder Ex-vivo-Expansion werden genetisch modifizierte T-Zellen direkt im Patienten generiert – mit beeindruckender Effektivität und Sicherheit auch bei Hochrisikopatienten. Hervorzuheben ist zudem die MajesTEC-3-Studie, die starke, praxisverändernde Ergebnisse für die Kombination Teclistamab und Daratumumab bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom lieferte. Ebenso richtungsweisend sind die langfristigen Ergebnisse der DREAMM-7- und der DREAMM-8-Studie, die eine deutliche Überlegenheit von Belantamab-Mafodotin-basierten Kombinationen in der Behandlung des rezidivierten/refraktären Myeloms belegen und somit neue Therapiestandards setzen.
Weitere Schwerpunkte bilden die Fortschritte im Management therapieassoziierter Nebenwirkungen, wie innovative Monitoring-Strategien bei okulären Komplikationen unter BCMA-gerichtetem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, sowie neue Kombinationen mit bispezifischen Antikörpern und CELMoDs (Cereblon-E3-Ligase-Modulatoren), die das Therapiespektrum substantiell erweitern. Auch die Rolle der Massenspektrometrie in der MRD-Diagnostik (MRD: minimale Resterkrankung) und die Ergebnisse dualer CAR-T-Zell-Therapien weisen den Weg in eine Zukunft, in der die Präzision und die Individualisierung der Behandlung zentrale Rollen spielen.
Der vorliegende Kongressbericht fasst die wichtigsten Studienergebnisse und Implikationen für die klinische Praxis kompakt zusammen. Die Beiträge bieten Ihnen einen umfassenden Überblick über das aktuelle wissenschaftliche Geschehen und geben einen Ausblick darauf, welche Innovationen in naher Zukunft den therapeutischen Alltag nachhaltig prägen könnten.
Wir wünschen Ihnen eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre!
Mit kollegialen Grüßen
Aktuelle Innovationen in der Therapie des multiplen Myeloms: neue Studiendaten mit Praxisrelevanz vom ASH-Kongress 2025
PD Dr. Udo Holtick (Köln), Prof. Elias K. Mai (Heidelberg), Dr. Christoph Schaefers (Hamburg)
Die aktuellen Kongressdaten der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) markieren einen echten Wendepunkt in der Therapie des multiplen Myeloms (MM). Innovative Ansätze wie die dualen CAR-T-Zell-Therapien (CAR = chimärer Antigenrezeptor), die auf BCMA (B-Zell-Reifungsantigen) und CD19 abzielen, eröffnen bislang ungeahnte Perspektiven – auch für Hochrisikopatienten und jene, denen eine Transplantation verwehrt bleibt. Die vorgestellten Studien beeindrucken mit außergewöhnlich hohen Ansprechraten und einem vielversprechenden Sicherheitsprofil. Diese Ergebnisse sind mehr als nur ein Fortschritt: Sie sind der Antrieb für die nächste Generation der Myelomtherapie, in der Präzision und Individualisierung im Mittelpunkt stehen und Hoffnung auf nachhaltige Behandlungserfolge wecken.